Liebe & Emotion

Plötzlich keine Freunde mehr

Wenn es Zeit ist zu gehen

Während des Lockdowns hat sich gezeigt, auf wen man wirklich zählen kann. Einge Freundschaften wurden enger, andere sind im Sand verlaufen. Freundschaften sind wie Beziehungen. Und überdauern oft sogar fast jede Liebschaft. Doch was passiert eigentlich, wenn eine Freundschaft zerbricht?

Habe ich etwas falsch gemacht?

Der Schlussstrich unter eine Freundschaft kann genauso überraschend und einseitig passieren wie bei einer Trennung. Der Verlust geschieht plötzlich, und das trotz einigen Anzeichen vorher. Nicht selten bedeutet dem einen die Freundschaft mehr als dem anderen. Beziehungen verändern sich, genauso wie Menschen mit ihren Ansichten und Interessen. Manchmal passt auch der gemeinsame Freundschaftskreis nicht mehr so richtig zusammen. Man geht nicht mehr in dieselben Läden, der eine hat Familie, der andere lebt immer noch als wilder Single. Bis man sich dabei erwischt, dass einen die Geschichten, die der vormals beste Freund erzählt, kaum noch interessieren. Verabredungen werden kurzfristig abgesagt oder dauerverschoben. Und was immer der Grund für die Entfremdung ist, man passt nicht mehr zueinander. Dafür muss man nicht einmal etwas falsch gemacht haben.

Unerfüllte Erwartungen

„Er hat nicht …, Sie hat nicht…“, „Sie sagt …, Er sagt …“ Ganz gleich, was der Auslöser ist, zwischenmenschlich dreht sich alles um Erwartungen. Entweder hat sich jemand nicht genug mit einem gefreut, sich nicht oft genug gemeldet oder falsch reagiert. Trauer, Wut, Enttäuschung und Zurückweisung fühlen sich nicht gut; ganz unabhängig davon, wer entscheidet, die Freundschaft zu beenden. Man rutscht von der Gästeliste und steht nicht mehr zusammen auf der Wiese beim Bier. Der beste Freund ist nicht mehr der Erste, der vom vermasselten Tinder Date erfährt oder vom Stress mit dem Kollegen.

Der beste Weg zu gehen

Es gibt sie, die ziemlich besten Freunde, die ein Leben lang bleiben. Und uns nicht nur für einen kurzen Lebensabschnitt begleiten. Stagniert eine Freundschaft oder gibt es nichts mehr, was einen richtig verbindet, kann der Prozess der Entfremdung schleichend voran gehen. Die Freundschaft schläft ein. Das vermeidet Streit und Konfrontation. Und wenn man ehrlich mit sich ist, dann ist es auch einfacher als jemandem zu erklären, warum man nicht mehr befreundet sein möchte. Manchmal leben sich Freunde ganz genauso auseinander wie Partner. Da hilft dann auch keine Erklärung. Weh tun kann es trotzdem.

7 Tipps gegen den Freundschaftstrennungs-Blues

Nimm dir die Zeit, die du brauchst

Nicht selten fühlt sich die Trennung von einem Freund genauso schmerzlich an wie von einem Partner. Oft waren Freunde lange Teil des Lebens. Es braucht eine Weile, um enttäuschte Erwartung, Zurückweisung oder Verwirrung zu verarbeiten. Darum: nimm dir Zeit, um das Ende zu verarbeiten.

Denke immer an das Gute

Schau nach vorne und schließe damit ab, dass ihr eine gute Zeit hattet. Es ist wichtig, dass du nicht die gesamte Freundschaft in Frage stellst. Denk an die Momente, in denen die Freundschaft dich gestützt und erfüllt hat. Dankbarkeit hilft, über die Enttäuschung hinwegzukommen.

Plane Ablenkungsmanöver

Geh raus und erleb was! Triff dich mit neuen Leuten oder alten Freunden, achte auf dich und deine Ernährung, treib Sport, mach Ausflüge, geh ins Kino und hab einfach Spaß. Ganz gleich, ob du dich gegen eine Freundschaft entschieden hast, oder jemand die Verbindung abbricht. Es ist nicht das Ende der Welt!

Sprich über deine Gefühle

Klarheit hilft und manchmal kann es helfen, die Meinung eines anderen Freundes zu hören. Offenheit und Kritik können ein guter Weg sein, genauer zu betrachten, was schiefgelaufen ist. In den allermeisten Fällen stellt sich heraus: ihr habt euch einfach auseinandergelebt oder ihr passt nicht zusammen. Das kann schon immer so gewesen sein, oder sich nach einiger Zeit herausstellen.

Leg eine Social Media Pause ein

Unfollow oder Defriending sind zwei Optionen, um abzuschließen. Je nachdem wie es zwischen euch geendet ist als Freunde. Aber was du am wenigsten brauchst, ist das Leben deines Ex-Freundes digital zu stalken. Oder er dich. Du musst nicht gleich alles löschen, aber stumm schalten kann ein erster Schritt zur bewussten Entwöhnung sein.

Lerne daraus

Zu einer Trennung gehören immer zwei. Es kann befreiend sein, auch seine eigenen Gefühle zu verstehen. Gibt es zum Beispiel ein Muster und Dinge, die sich wiederholen? Suchst du dir immer wieder Menschen aus, die dich mehr Energie kosten als sie dir geben? Aus eigenen Verhaltensweisen zu lernen, kann helfen, zukünftig genauer hinzuschauen. Und auch zu wissen, wie du als Freund sein möchtest.